Am Montag, 5. Oktober 2026, hat in Warschau die Konferenz zur menschlichen Dimension der OSZE begonnen. Mehr als 1800 Personen aus dem Gebiet der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa nehmen teil. Die Schweiz richtet das Treffen als diesjähriger OSZE-Vorsitz gemeinsam mit dem Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte aus. Die Beratungen dauern bis zum 15. Oktober.
Im Mittelpunkt stehen Fragen, an denen sich staatliche Zusagen im Alltag messen lassen: unabhängige Gerichte, freie Medien und Wahlen, der Schutz nationaler Minderheiten sowie die Versammlungsfreiheit. Auch Gleichstellung, Nichtdiskriminierung und die Verhütung von Folter gehören zum Programm. Zehn Plenarsitzungen und rund 90 begleitende Veranstaltungen sind vorgesehen. Mehr als die Hälfte der registrierten Teilnehmenden kommt laut OSZE aus der Zivilgesellschaft.
Bundesrat Ignazio Cassis, der 2026 den OSZE-Vorsitz führt, wandte sich zur Eröffnung per Videobotschaft an die Konferenz. EDA-Staatssekretär Alexandre Fasel sprach vor Ort. Die Schweizer Präsidentschaft will während der Tagung einen Fahrplan zur Verhütung und Beseitigung von Folter vorstellen. Er soll Staaten helfen, bestehende internationale Pflichten und OSZE-Zusagen konkret umzusetzen.
Die Schweiz steht zum dritten Mal an der Spitze der OSZE; zuvor hatte sie 1996 und 2014 den Vorsitz. Die Warschauer Gespräche sind ein Teil dieser Arbeit. Vertreterinnen und Vertreter von Staaten, Institutionen und Menschenrechtsorganisationen können dort öffentlich erörtern, wo Zusagen eingehalten werden und wo Lücken bleiben. Ob daraus wirksame Schritte folgen, wird sich erst an ihrer Umsetzung zeigen.
