Bei der Präsidentschafts-Stichwahl am 25. Oktober hat Luiz Inácio Lula da Silva seine Wiederwahl gesichert. Das Oberste Wahlgericht (Tribunal Superior Eleitoral, TSE) meldete 64’256’232 Stimmen für Lula, 51,79 Prozent der gültigen Stimmen. Sein Herausforderer Flávio Bolsonaro (PL) kam auf 59’826’041 Stimmen beziehungsweise 48,21 Prozent. Lula gewann mit einem Vorsprung von 4’430’191 Stimmen. [1]
Damit kehrte sich die Reihenfolge aus dem ersten Wahlgang vom 4. Oktober um. Damals lag Flávio Bolsonaro mit 47,03 Prozent vor Lula mit 45,16 Prozent. Da keiner der beiden die absolute Mehrheit erreichte, kam es zur Stichwahl. [2] Lula sichert sich damit eine vierte, nicht aufeinanderfolgende Amtszeit. [1][4]
Beteiligung und Enthaltung
Nach Angaben des TSE waren im zweiten Wahlgang mehr als 158 Millionen Menschen stimmberechtigt. Rund 128,2 Millionen gaben ihre Stimme ab; die Enthaltung betrug etwa 19,2 Prozent. Im ersten Wahlgang hatte sie bei 21,08 Prozent gelegen. [1]
Streit über die verlängerte Wahlzeit
Der Wahltag endete mit Diskussionen über die Abstimmung. Nach einer einstweiligen Verfügung des Obersten Bundesgerichts (STF) durften Wahllokale, die um 17 Uhr brasilianischer Zeit noch geöffnet waren, bis 19 Uhr weiter abstimmen. Das TSE erklärte, die kurzfristige Verlängerung habe die Abläufe bei der Auszählung erschwert; Tausende bereits geschlossene elektronische Wahlmaschinen hätten nicht wieder geöffnet werden können. [1]
Flávio Bolsonaro erkannte die Niederlage zunächst nicht an und forderte laut Associated Press eine Annullierung des Ergebnisses. Er kritisierte die Verlängerung der Abstimmungszeit nach der vorgesehenen Schliessung der Wahllokale. AP berichtete zugleich, dass beide Präsidentschaftskandidaten eine Ausweitung der Wahlzeit beantragt hatten. Das TSE meldete Lula als Sieger der Stichwahl. [1][3]
Neue Amtszeit, politische Verhandlungen
Das Ergebnis kehrt die Reihenfolge des ersten Wahlgangs um: Flávio Bolsonaro lag zunächst vorn, Lula holte in der Stichwahl auf und gewann. Die Umsetzung politischer Vorhaben in der neuen Amtszeit hängt auch von den Mehrheiten im Kongress und den Verhandlungen mit anderen Parteien ab. [1][2]
