Bern, 5. Oktober 2026 · Nachricht und Einordnung

Der Bundesrat hat am 2. Oktober 135 Millionen Franken für acht zusätzliche Projekte von Schweizer Unternehmen in der Ukraine genehmigt. Sie betreffen Energie, öffentlichen Verkehr und Wasser. Das Geld ist bewilligt; damit sind die Vorhaben noch nicht abgeschlossen. [1]

Wofür die Unterstützung vorgesehen ist

Die Projektliste nennt unter anderem 150 mobile Energiespeicher von Statron, die Wiederherstellung eines Fernwärmenetzes durch Brugg Rohrsystem sowie zwei Maschinen zur Modernisierung des Schienennetzes von Matisa. GWF soll das Wassermanagement verbessern. Im Gesamtbetrag steckt auch eine Budgetreserve von 5,6 Millionen Franken. [2]

Die Unternehmen müssen mindestens zehn Prozent der jeweiligen Projektkosten selbst tragen. [1] Die Kooperation mit Firmen ist somit ein wesentlicher Teil des Modells.

Ein Teil eines grösseren Programms

Für das Schweizer Länderprogramm Ukraine 2025–2028 sind 1,5 Milliarden Franken aus der internationalen Zusammenarbeit eingeplant. Es umfasst wirtschaftliche Erholung, öffentliche Dienstleistungen sowie den Schutz der Zivilbevölkerung und Frieden. Das neue Paket steht damit in einem breiteren zivilen Unterstützungsrahmen. [3]

Diese Einordnung ist wichtig: Eine einzelne Projektbewilligung beantwortet noch nicht, wie gut die gesamte Hilfe wirkt. Dafür braucht es Informationen über die konkrete Umsetzung und über den Nutzen für die Menschen vor Ort.

Einordnung: Drei Fragen für die Umsetzung

Aus Sicht der Redaktion sollte die weitere Berichterstattung drei Fragen verfolgen. Erstens: Kommen die Anlagen dort zum Einsatz, wo der Bedarf besonders dringend ist? Zweitens: Können lokale Fachkräfte sie zuverlässig betreiben und unterhalten? Drittens: Wird öffentlich nachvollziehbar, welche Leistungen für die eingesetzten Mittel tatsächlich erbracht wurden?

Die Herkunft einer Maschine allein beantwortet keine dieser Fragen. Schweizer Fachwissen kann wertvoll sein; entscheidend bleibt aber, ob eine Lösung zum Einsatzort passt und langfristig funktioniert. Dazu gehören verständliche Schulungen, verfügbare Ersatzteile und eine klare Verantwortung für den Unterhalt.

Der Wiederaufbau sollte deshalb an seinen Ergebnissen gemessen werden: an einer verlässlichen Versorgung, an benutzbarer Infrastruktur und an Fähigkeiten, die vor Ort bleiben. Für die Schweiz wäre das auch der überzeugendste Nachweis, dass die Verbindung von öffentlicher Finanzierung und unternehmerischer Beteiligung ihren Zweck erfüllt.